Geschichte des Grüntentages - Grüntendenkmalerhaltungsverein

Grüntendenkmal-Erhaltungsverein e. V.
Sonthofen
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Geschichte des Grüntentages

Grüntentag

Geschichte des Grüntentages
 
 
Seit 1948 gibt es den Grüntentag. Kurz nach dem 2. Weltkrieg wurde er erstmals am Jägerdenkmal auf dem Grünten von aus dem Krieg heimgekehrten Angehörigen des Gebirgsjägerregiments 99 veranstaltet; dieses war mit Teilen in Sonthofen stationiert.
 
 
Der Grüntentag hat seinen Ursprung in den sogenannten „Jägertagen“. In den 20er Jahren veranstaltete die Kriegskameradschaft ehemaliger 3er-Jäger auf dem Grünten um Allerheiligen Gedenkfeiern am Jägerdenkmal. Diese Kameradschaft war gegründet worden, um unter anderem „das Andenken der im Kriege gefallenen Kameraden in ehrender Erinnerung zu halten“. Sie errichtete 1924 das Jägerdenkmal.
 
 
An die Tradition der „Jägertage“ erinnerten sich die ehemaligen Gebirgssoldaten aus Sonthofen nach ihrer Rückkehr aus dem 2. Weltkrieg. Sie trafen sich zunächst informell auf dem Grünten zum Gedenken. 1948 fand dann auf Anregung von General Ritter von Hengl der erste offizielle Grüntentag in Erinnerung an die Kameraden statt, die nicht das Glück der Heimkehr aus dem Krieg hatten.
 
Nach und nach entwickelte sich das 2. Wochenende im September, auf das man sich 1948 festgelegt hatte, zu einem bedeutenden überregionalen Treffen ehemaliger Gebirgsjäger. Zwischen 1951 und 1990 waren – je nach Witterung – zwischen 1000 und 4000 Teilnehmer auf dem Grünten bzw. bei den Veranstaltungen im Tal.
 
 
Die Organisation der Grüntentage hatten ehemalige Gebirgssoldaten aus Sonthofen übernommen, die sich dann Anfang der 50er Jahre in der „Gebirgsjägerkameradschaft Sonthofen“ zusammenschlossen.
 
Unterstützt wurde die Kameradschaft durch die Stadt Sonthofen sowie insbesondere durch die Gemeinden Burgberg und Rettenberg; ab 1957 beteiligte sich auch die neu aufgestellte Bundeswehr, die in Sonthofen eine Garnison errichtet hatte.
 
Ab 2000 wurden Soldatenvereinigungen aus dem Allgäu eingeladen, mit ihren Fahnenabordnungen und Mitgliedern an den Grüntentagen teilzunehmen. Die Resonanz war erfreulich: zahlreiche Fahnen dieser Vereinigungen aus dem Umland umrahmen seitdem am Grüntentag das Jägerdenkmal.
 
 
Seit 2003 organisiert die Truppen- und Gebirgsjäger-Kameradschaft „Grünten“ die Grüntentage; sie hat diese Aufgabe von der Gebirgsjäger-Kameradschaft Sonthofen übernommen. Bei der Gestaltung der Gedenkfeier auf dem Grünten wird sie regelmäßig von der Blaskapelle Rettenberg, die ohne Unterbrechung schon seit dem ersten Grüntentag mitwirkt, den Alphornbläsern aus Burgberg, den Böllerschützen Grünten und Soldaten aus Füssen bzw. Sonthofen tatkräftig unterstützt.
 
Der Grüntentag klingt mit einem Kameradschaftsnachmittag aus.   
 
 
Die Ausrichtung des Grüntentages hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. In den ersten Jahren standen noch Erinnerung und Gedenken an die gefallenen und vermissten Kameraden sowie die Freude über das Wiedersehen mit ehemaligen Kameraden im Vordergrund. Später wurde das Gedenken auf alle Opfer von Krieg und Gewalt ausgedehnt.
 
Die Toten der Bundeswehr, die während des „Kalten Krieges“ oder bei Auslandseinsätzen im Dienst für die Freiheit ihr Leben gelassen haben, sind zwischenzeitlich ebenfalls in das Gedenken mit einbezogen.
 
Auch die Aussöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern hat einen festen Platz.
 
Nachdem zu Beginn der Grüntentage noch regelmäßig ehemalige Gebirgssoldaten aus Österreich und Südtirol zur Gedenkfeier kamen, wurde - bedingt durch deren Älterwerden - die Beteiligung von ausländischen Organisationen immer geringer.
 
Erst um 2000 konnte dieser Trend gestoppt werden. Organisationen des Vorarlberger Kameradschaftsbundes, z. B. aus Bregenz und dem Kleinwalsertal, Organisationen der italienischen Alpini in Italien und Deutschland sowie aus anderen Ländern gehören heute selbstverständlich zum Grüntentag.
 
 
Der Grüntentag hat auch heute noch vor dem Hintergrund der laufenden Auslandseinsätze der Bundeswehr und der internationalen Spannungen seine Berechtigung.
 
Der Grüntentag hat es verdient, auch in Zukunft weiter zu bestehen.

1. Vorstand Alfons Kögel
An der Schanz 2 - 87545 Burgberg - Tel. 08321/88531 - E-Mail info@gruentendenkmal.de
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