Grüntentag 2019 - Aufruf zum Frieden - Grüntendenkmalerhaltungsverein

Grüntendenkmal-Erhaltungsverein
Sonthofen
Grüntendenkmal-Erhaltungsverein
Grüntendenkmal-Erhaltungsverein
Sonthofen
Direkt zum Seiteninhalt
 Grüntentag 2019

Friede ist nicht selbstverständlich
 
 
Zur Gedenkfeier 2019 auf dem Grünten kamen trotz Dauerregens rund 200 Besucher. Der Vorsitzende der Truppen- und Gebirgsjägerkameradschaft „Grünten“, Oberstleutnant Sascha Müller, konnte zahlreiche Gäste begrüßen. Darunter den Vizelandrat Alois Ried, stellvertretende Bürgermeister der umliegenden Gemeinden und den 1. Vorsitzenden des Grüntendenkmal-Erhaltungsvereins, Alfons Kögel. Auch diesmal waren wieder zahlreiche Fahnenabordnungen der Soldaten- und Veteranenvereine aus dem Umland am Jägerdenkmal erschienen. Alpini aus Deutschland und Italien sowie Kameraden aus Österreich mit ihren Fahnenabordnungen und Soldaten aus Großbritannien rundeten das Bild ab. Begrüßt wurden auch die Präsidenten des Landeskameradschaftsbundes Vorarlberg, Oberst Alwin Denz, und des Kameradenkreises der Gebirgstruppe, Oberst a. D. Hans Sahm sowie vom Militärkommando Vorarlberg Oberst Prof. Erwin Fitz.
 
Ganz besonders aber begrüßte Müller den ehemaligen Gebirgsjäger und Leutnant der Reserve Heinz Ehrenberg. Mit 102 Jahren hat er die Mühe auf sich genommen, um an der Gedenkveranstaltung auf dem Grünten teilzunehmen. Auch bei den übrigen Veranstaltungen des Grüntentags war er anwesend.
 
Ehrenberg, Jahrgang 1917, war von 1938 bis 1945 Angehöriger des Gebirgsjägerregiments 99, dessen Heimkehrer nach dem Krieg in Sonthofen die Gebirgsjägerkameradschaft Sonthofen sowie den Grüntendenkmal-Erhaltungsverein ins Leben riefen und die Tradition der Grüntentage begründeten.
 
Den ökumenischen Wortgottesdienst gestaltete Militärpfarrer Stefan Bauhofer aus Kaufbeuren zusammen mit dem Militärpfarrer Andreas Romminger aus Füssen.
 
Die anschließende Gedenkansprache hielt Oberst Volker R. Quante, Standortältester und Schulkommandeur aus Sonthofen.
 
Er erinnerte daran, dass das Jägerdenkmal vor 95 Jahren ursprünglich nur zum Gedenken an die Gefallenen des Jägerregiments 3 eingeweiht worden ist. Heute werden in das Gedenken die gefallenen Gebirgssoldaten des Zweiten Weltkriegs, die Toten und Gefallenen der Bundeswehr sowie alle Opfer von Krieg und Gewalt mit einbezogen.
 
Im Hinblick auf den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren betonte er, dass wir seit Mai 1945 in Deutschland im Frieden leben. „Aber wir wissen auch, dass dieser Friede nicht selbstverständlich ist. Er muss gesichert und verteidigt werden“, so Quante. Er freue sich, auf dem Grünten uniformierte Kameraden aus den befreundeten Ländern Österreich, Italien und Großbritannien zu sehen, die für Recht und Freiheit ihrer Völker einstehen, ggf. kämpfen und den Frieden sichern.
 
Mit dem Lied „Ich hatt‘ einen Kameraden“ wurden die zahlreichen Kranzgebinde niedergelegt. Die Gedenkfeier endete mit der bayerischen und deutschen Nationalhymne. Umrahmt wurde die Feier von der Musikkapelle Rettenberg, den Burgberger Alphornbläsern und den Böllerschützen „Grünten“.
 
Zeitgleich mit der Veranstaltung auf dem Grünten fand in der Kirche St. Michael, Sonthofen, der  von Stadtpfarrer Karlheinz Müller zelebrierte Gedenkgottesdienst statt. Zahlreiche Besucher aus Sonthofen und italienische Alpini mit ihren Angehörigen füllten die Kirche. Die Stadtkapelle begleitete musikalisch die Feier.
 
Der Vizebürgermeister Harald Voigt erinnerte in seiner Ansprache daran, dass Geschichte zu allererst Erinnerung sei. „Wir dürfen den Wahnsinn des 2. Weltkrieges, die grausame Bilanz nicht vergessen: mehr als 55 Millionen Menschen verloren ihr Leben. 12 Millionen Deutsche wurden aus ihrer Heimat vertrieben“, so Voigt. Und weiter, „Es kann nur eine Zukunft geben in Frieden und Freiheit.“
 
Nach dem Totengedenken legte er den Kranz der Stadt Sonthofen nieder.
 
Der Grüntentag 2018 fand seinen Abschluss mit einem Kameradschaftsnachmittag im „Löwen“ in Burgberg. Musikalisch begleitet wurde der Nachmittag vom „Vierg’spann vo Bolsterlang“.
 
In einer kurzen Ansprache bedankte sich der Vorsitzende Müller bei allen für ihre Teilnahme am Grüntentag 2019. Dies zeige die Wertschätzung der Gedenkveranstaltung und sei Anerkennung für die dabei geleistete Arbeit. Er bat, auch 2020 wieder zum traditionellen Grüntentag zu kommen.
 
Bereits am Samstag waren zum Auftakt des Grüntentages 2019 zahlreiche italienische Gebirgssoldaten aus Deutschland und Marostica sowie Reservisten der Bundeswehr und zivile Gäste – darunter auch die 3. Bürgermeisterin von Sonthofen, Frau Ingrid Fischer – zum Gemeinschaftskreuz in den Sonthofer Friedhof gekommen, um der Toten der Gebirgs-und Truppenkameradschaft „Grünten“ und des Grüntendenkmal-Erhaltungsvereins, aber auch aller Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken. Die Bläsergruppe der Stadtkapelle Sonthofen umrahmte stimmungsvoll die Gedenkstunde.
 
In seiner Ansprache griff Diakon Norbert Oeing das Thema auf, dass Friede im Kleinen wie im Großen grundsätzlich nur durch zivilisierten Umgang miteinander entstehen kann. Grundlage hierfür sei die ernsthafte Beachtung der Grundsätze christlichen Glaubens. Die Durchführung des Grüntentages als Aufruf zum friedlichen Miteinander sei vor dem Hintergrund der aktuellen Spannungen in der Welt auch in Zukunft erforderlich.

 
 
Der 72. Grüntentag findet statt am 12. / 13. September 2020!
 
 Grüntentag 2019

     

Programm:
 
Samstag, 7. September 2019 17:00 Uhr
Gedenkfeier am Gemeinschaftskreuz im Sonthofener Friedhof.

Sonntag, 8. September 2019 10:30 Uhr
 Bergmesse am Jägerdenkmal auf dem Grünten (bei jedem Wetter!) mit dem Militärpfarrer Stefan Bauhofer und Andreas Romminger.
Die Gedenkansprache hält Volker R. Quante, Kommandeur SABCAbw / GSchAufg und Standortältester Sonthofen.

Sonntag, 8. September 2019 10:30 Uhr
Gedenkmesse in der Pfarrkirche St. Michael in Sonthofen.
Anschließend Kranzniederlegung an der Ölbergkapelle.

Sonntag, 8. September 2019 14:00 Uhr
 Kameradschaftsnachmittag im Gasthof Löwen in Burgberg!
 

Aufruf zum Frieden

Am 07. und 08. September 2019, 100 Jahre nach Unterzeichnung des Versailler Vertrags zum Ende des 1. Weltkrieges und 80 Jahre nach Beginn des 2. Weltkrieges, findet wieder der traditionelle „Grüntentag“ statt.
 
Mit dem Grüntentag wird seit mehr als 70 Jahren an die schrecklichen Folgen von Gewalt, Terror und Kriegen erinnert. Insbesondere wird der Gebirgssoldaten aller Nationen gedacht, die in den beiden Weltkriegen gefallen, ihren Verwundungen erlegen, in Kriegsgefangenschaft verstorben oder aber durch Kriegsverbrechen ums Leben gekommen sind.
 
Auch die Gebirgssoldaten der Bundeswehr, die im Einsatz für Frieden und Freiheit ums Leben gekommen oder bei Auslandseinsätzen gefallen sind, werden in das Gedenken mit einbezogen.
 
Das zentrale Gedenken findet wie immer am Jägerdenkmal auf dem Grünten statt, das vor 95 Jahren eingeweiht worden ist.
 
Dieses Denkmal erinnert an die Gefallenen des ersten deutschen Gebirgsjägerregiments
 
im 1. Weltkrieg und der Gebirgstruppe der Wehrmacht sowie an die Toten und Gefallenen der Bundeswehr.
 
 
Auch zum Grüntentag 2019 werden wieder zahlreiche Abordnungen von Soldatenverbänden aus dem In- und Ausland, wie z.B. Italien und Österreich, erwartet. Die Gebirgstruppe der Bundeswehr wird ebenfalls teilnehmen.
 
 
Umrahmt wird die Gedenkfeier auf dem Grünten nunmehr seit 1948 ohne Unterbrechung durch die Musikkapelle Rettenberg. Die Alphornbläser aus Burgberg und die Böllerschützen Grünten sind ebenfalls beteiligt.
 
Die Feier findet bei jedem Wetter statt!
 
 
Die Truppen- und Gebirgsjägerkameradschaft „Grünten“ lädt alle ehemaligen sowie aktiven Soldaten und Reservisten mit ihren Angehörigen und Bekannten, aber auch alle Mitbürger ganz herzlich ein, möglichst zahlreich am „Grüntentag 2019“ teilzunehmen, um der ungezählten Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken und ein Zeichen gegen das Vergessen und für den Frieden zu setzen.
 
 
Seit 71 Jahren gibt es den Grüntentag. Er hat seinen Ursprung in den sogenannten „Jägertagen“ in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. An die Tradition der „Jägertage“ nach dem 1. Weltkrieg erinnerten sich die ehemaligen Gebirgssoldaten aus Sonthofen nach ihrer Rückkehr aus dem 2. Weltkrieg.  Sie führten dann als Gebirgsjägerkameradschaft Sonthofen die Grüntentage seit 1948 durch.  
 
Seit 2003 organisiert die Truppen- und Gebirgsjäger-Kameradschaft „Grünten“ auch mit Unterstützung u. a. der Bundeswehr das Gedenken auf dem Grünten.
 
 
Die Zielsetzung des Grüntentages hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. In den ersten Jahren standen noch die Erinnerung und das Gedenken an die Kameraden, die nicht das Glück hatten, in die Heimat zurückkehren zu können, im Vordergrund. Heute ist es selbstverständlich, dass aller Opfer von Krieg und Gewalt der Vergangenheit und Gegenwart gedacht wird. Die Toten der Bundeswehr, die während des „Kalten Krieges“ oder bei Auslandseinsätzen im Dienst für die Freiheit ihr Leben gelassen haben, werden ebenfalls  in das Gedenken mit einbezogen.
 
 
Auch die Aussöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern hat einen festen Platz.
 
Organisationen des Vorarlberger Kameradschaftsbundes, z. B. aus dem Kleinwalsertal und aus Bregenz, die Organisationen der italienischen Alpini aus Italien und Deutschland sowie Soldaten aus anderen Ländern nehmen heute ganz selbstverständlich am Grüntentag teil.
 
 
Vor 100 Jahren wurde mit dem Versailler Vertrag aufgrund von Ungerechtigkeiten – ob vermeintlich oder tatsächlich geschehen sei dahingestellt -   die Grundlage für den 2. Weltkrieg gelegt, der neuerlich unermessliches Elend brachte.
 
 
Nach den schrecklichen Erfahrungen im letzten Jahrhundert mit den beiden Weltkriegen und vor dem Hintergrund heutiger, weltweiter Spannungen sowie latenter Kriegsgefahr ist es deshalb dringend notwendig, dass mit dem Grüntentag daran erinnert wird, welch unmenschliche Folgen kriegerische Auseinandersetzungen mit sich bringen. Damit soll ein deutliches Zeichen für den Frieden gesetzt werden.
 

1. Vorstand Alfons Kögel
An der Schanz 2 - 87545 Burgberg - Tel. 08321/88531 - E-Mail info@gruentendenkmal.de

1. Vorstand
Alfons Kögel
An der Schanz 2 - 87545 Burgberg
Tel. 08321/88531 - E-Mail info@gruentendenkmal.de

Zurück zum Seiteninhalt